Ambitronic
Marc-Christian Witt †(Berlin, Deutschland)
Seine musikalische Arbeit startete Marc-Christian Witt 1996 in München innerhalb des Projektes „Mugnala“ zusammen mit Frank Fiedler, der früher auch Mitglied der deutschen Avantgard und Elektronik-Band „Popol Vuh“ war. Gemeinsam verfeinerten in den nächsten drei Jahren ausgefallene Sound-Ideen, ab 1999 führte Marc-Christian die Arbeit allein in Berlin fort.
In Zusammenarbeit mit Künstlern der Berliner Galerie „Expo 3000“ entwickelte er 2001 als „Ambitronic“ sehr eigene Sound-Performances, um dann auch als DJ die eigene wöchentliche „ambitronic“-Party im „Black Girls Coalition“ ins Leben zu rufen. Im Berliner Club „Lauschangriff“ fand die Reihe dann als „Abhörsicher“ statt - legendär auch die Nacht als 2003 sein erstes Album „Der Blick des Kosmonauten“ feierlich veröffentlicht wurde.
Zwischen 2004 und 2005 schuf er die Bühnenmusik zu den Theaterperformances „In China fällt ein Reissack um“ und „Dumbsize and Dew“ von Jekatharina Anzupova. Die Stücke wurden im Berliner HAU aufgeführt. 2006 begann er dann die Zusammenarbeit mit dem jungen Berliner Netlabel „Idealtechno“. Der erste Sampler „Minimale Momente Cyan“ enthält zwei Tracks, die beim Pariser Netlabel „Plex Records“ auf so große Anerkennung stießen, dass sie ihn spontan dazu einluden auf dem Sampler „Jackstrap“ mitzuwirken. Sein Live-Mix-Album „Runde Ecken kann sich keiner Leisten“ und weitere Beiträge zu Samplern auf „Idealtechno“ folgten.
Ambitronic sollte das wichtigste Projekt des Marc-Christian Witt werden. Seine Musik komponierte, programmierte und masterte er in seinem privaten Computerstudio „Provi’s World". Nach der Diagnose Krebs im Sommer 2006 arbeitete er noch in jedem möglichen Moment weiter an seiner Musik, sogar Material von „Mugnala“ wurde begonnen zu remastern. Er verstarb am 25. Januar 2007 im Alter von 31 Jahren und erlebte nicht mehr die Veröffentlichung seiner EP „Enthemmte Touristen“ und des Album „No Nervous Nurses“.
Auch seine letzten beiden Remix-Arbeiten kamen zu spät. Seine Bearbeitung von Anne Clark’s „Dittany“ schaffte es im April 2007 mit den Contest-Siegern auf der „mushroom“-CD veröffentlicht zu werden und seine Version von „Crushed and Shaken“ von „Brasswork Agency“ wurde im September 2007 bei plexrecords verlegt.
Marc-Christians hohe Ansprüche an seine eigene Arbeit trieben ihn, so hohe Qualität in elektronischer Musik zu erzeugen, wie er sie selbst in der Musik anderer liebte. Wie etwa „Popol Vuh“, „Kraftwerk“ oder „Nico“. Die Musik von Ambitronic reicht von leicht fließenden Ambient-Sounds, über sehr erzählerische elektronische Tonlandschaften bis hin zu anregendem Techno für den Tanzflur.
Probehören:
[ Ambitronic | Discogs ]
